Vorfall am 12.04.2015 (19245)

Nach 6 Jahren RES und vielen brenzligen Situationen kam es auch mal zu einer gewaltätigen Auseinandersetzung. Dennoch ist bemerkenswert, dass der Vorfall so glimpflich ausgegangen ist.

Für denjenigen, der noch meinen Bericht lesen will, geht es hier weiter.

 

Bericht zum Vorfall am 12.04.2015 [19245]

Hiermit berichte vom Vorfall am 12.04.2015 gegen 20:56 in Zug 19245, der Vorfall ereignete sich zwischen Plochingen und Reichenbach/ Fils:

Der Zug fuhr 20:35 (7 Minuten später) in Stuttgart Hbf ab, im Anschluss ging ich von Vorne nach Hinten durch den Zug. In Stuttgart-Bad Cannstatt zählte ich die Aussteiger, im Anschluss durchquerte ich den Zug von Hinten nach Vorne. Da der Ein- und Ausstieg in Esslingen und Plochingen sehr unübersichtlich war, ging ich auch nach diesen beiden Halten durch den Zug.

Als ich zwischen Esslingen und Plochingen durch den Zug ging, habe ich zudem gesehen, dass eine Toilettentür im dritten Wagen eingeschlagen war. In Plochingen hätte ich beinahe die Zählung abgebrochen.

Ich kam nach Plochingen nur in den 4 Wagen, im 5. Wagen hatte ich mit der Zählung begonnen. Dort wurde ich im Oberdeck von einer Person, die mir entgegenkam, wieder nach unten gedrückt.

Auf meinen verbalen Lösungsvorschlag, dass ich bis Reichenbach noch die Besetzung ermitteln wolle und wir dann die Auseinandersetzung verbal lösen können, wurde nicht eingegangen. Vielmehr wurde ich in den Schwitzkasten genommen und letztlich auf den Boden gedrückt. Als ich auf dem Boden lag, wurde ich wohl noch von einer Person mehrmals mit dem Fuß attackiert

Dieser tätliche Angriff wurde dann durch Dritte entschärft, indem diese sich zwischen mich und die Angreifer stellten. Im Anschluss wurde auf verbale Auseinandersetzung umgestellt. Der Angreifer ist wohl in Uhingen ausgestiegen. Alle anderen Beteiligten, bis auf die Zeugen, die bis Ulm fuhren, sind alle bis Geislingen (Steige) ausgestiegen.

 

Darüber hat auch die Südwestpresse am 14.04.2015 berichtet,

 

Ausraster
VfB-Fans verprügeln Bahn-Mitarbeiter im Zug
Kreis Göppingen: Ein Bahn-Mitarbeiter ist im Zug im Filstal von VfB-Anhängern brutal zusammengeschlagen worden. Die Polizei fahndet nach sechs Männern.
Mehrere Zugreisende sind am Sonntagabend Zeugen gewesen, als eine sechsköpfige Gruppe einen Mitarbeiter der Bahn brutal verprügelte. Der Zug war voll mit VfB-Anhängern, die nach dem Fußballspiel auf dem Weg ins Filstal oder nach Ulm waren. So wie der 25-Jährige aus Göppingen, der am Montag noch fassungslos über die Tat war.
„Der Mann ist durch den Zug gelaufen und hat die Fahrgäste gezählt“, berichtet er. „Und dann ist einer plötzlich völlig ausgerastet.“ Der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Stuttgart, Jonas Große, bestätigt den Ablauf: Das 29-jährige Opfer habe im Auftrag der Bahn für eine Privatfirma die Zahl der Reisenden gezählt und sich auch durch einen Mitarbeiterausweis legitimiert. Dann habe er wohl aus Versehen das Handy eines der sechs Männer gestreift.
„Anschließend soll ihm eine alkoholisierte, sechsköpfige Gruppe von Fußballanhängern gefolgt sein und in einem anderen Waggon eingeholt haben“, berichtet Große. Dann soll einer der Männer das Opfer in den Schwitzkasten genommen und gewürgt haben. Schließlich hätten die Täter den Mann offenbar die Treppe des Doppelstockwagens heruntergestoßen. Dabei sei unter anderem die Brille des 29-Jährigen zu Bruch gegangen.
Der 25-jährige Göppinger Zeuge berichtet, dass fünf der Täter um die 30 Jahre alt sein sollen. Ein weiterer, deutlich älterer Mann, sei vor allem durch wüste Pöbeleien aufgefallen. „So einen wie dich hätte man früher vergast“, habe er in Richtung des Opfers gerufen. Der 25-Jährige habe dann zu dem Mann gesagt: „Wir leben hier nicht mehr im Jahr 1940.“ Der Zeuge, ein weiterer Mann und zwei Frauen hätten sich schließlich schützend vor das Opfer gestellt, als die Männer weiter auf den 29-jährigen einprügeln wollten. Auch einer der Schläger habe zu diesem Zeitpunkt bereits geblutet, „das war schon krass“. Die Täter hätten den 29-Jährigen zudem die ganze Zeit weiter beleidigt. „Sowas habe ich noch nie erlebt“, meint der junge Mann. Alle sechs Männer seien deutlich angetrunken gewesen.
Polizeisprecher Jonas Schulz geht davon aus, dass vier der Täter in Uhingen aus dem Zug ausgestiegen sind, der Haupttäter und ein weiterer Mann in Geislingen. Den Haupttäter beschreibt Große als dunkelhaarig, mit dunkler Jeans und weißer Fußballweste mit VfB-Emblem bekleidet. Zudem soll er in beiden Ohren jeweils einen Kristallohrring getragen und einen Dreitagebart haben.
Info: Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und erbittet Zeugenhinweise unter (0711) 87035-0.
DIRK HÜLSER | 13.04.2015

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Nachtrag: Am 30.04.15 stürzte ich in Folge der unentdeckten Hirnblutung vom Rad, wurde vom RTW in die Notfallaufnahme gebracht, verbrachte ein paar Tage ergebnislos im Städtischen Klinikum Esslingen. Dort wurde nichts festgestellt. Lediglich wurde ein CT im Nachgang empfohlen.

Dazu bekam ich Ende Mai einen Termin beim Radiologen, ohne lange Wartezeit, wies dieser mich ins Bundeswehrkrankenhaus Ulm ein. Noch am Abend der Einlieferung wurde eine Entlastung vorgenommen, dazu wurde unter örtlicher Betäubung ein Eingriff am Kopf vorgenommen. Daran schloss sich ein Aufenthalt von 9 Tagen auf dem Oberen Eselsberg an.

Für Unfälle im Rahmen der Interviewertätigkeit empfehle ich eine freiwillige Mitgliedschaft bei der Verwaltungsberufsgenossenschaft. Denn die Tätigkeit wird „auf eigene Gefahr ausgeübt!“
Mehr Infos hier: www.vbg.de

Nachtrag 2:

Für den 7.05.2016 erhielt ich den Zug 19245 wieder über die Vorschlagsliste, diesmal lehnte ich den ersten Tourteil ab. Begründung: Knapper Übergang in Ulm Hbf. 

Die Stimmung der Ulmer, aber auch der Blausteiner Fans am 7.05.16 war überwältigend. Ich vermutete schon, dass hier der Sieg gefeiert wurde. Wohl der Sieg  des ersten Platzes, wenn die Tabelle gedreht wird. Auch der Einsatz von Ulm nach Stuttgart war wegen meiner  speziellen Freunde aus Gerstetten eine Bereicherung, leider nur bis in die 5-Täler-Stadt, wie dies OB Amann immer hervorhebt.

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